Herkunft und Entstehung des modernen Karate

Die Wurzeln aller asiatischen Kampfsportarten sind zurückzuführen auf das Jahr 3000 v. Chr..  In dieser Zeit gab es in der Region des heutigen Indiens ein Trainingssystem um die Soldaten auch in Friedenszeiten kampfbereit zu halten. Dabei handelte es sich um eine Art von Yoga.   Daher entwickelten sich am Ende des 17. Jahrhunderts 3 Städte zu den Zentren des Karate bzw. zu dessen Vorläufer dem Okinawa Te. Die Namen dieser Städte waren Shuri, Tomari und Naha. Aus Ihnen gingen 3 der 4 heute praktizierten Hauptstilrichtungen hervor. Um 1870 herum kam es in Japan zu großen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen. Das Samurairittertum wurde ebenso wie das Waffenverbot abgeschafft und Okinawa wurde vollständig an Japan angegliedert. Dennoch wurde Karate weiterhin im Geheimen geübt und nur von Meister zu Schüler weitergegeben. Ein damaliges Meister - Schüler Verhältnis war jedoch deutlich inniger als man es heute meinen möchte. Der Schüler war quasi in die Familie des Meisters mit integriert. Als Meister Anko Itosu 1905 erstmals Karate öffentlich demonstrierte brach er ein Tabu und zog sich den Zorn vieler anderer Meister des Karate zu. Trotzdem eröffnete er die ersten öffentlichen Trainingsstätten. Er rechtfertigte sich aber mit dem Argument jegliche geistige Grundlage weggelassen zu haben und nur die körperlichen und gesundheitsfördernden Aspekte zu betonen.

 

500 v. Chr. entstanden in Indien die Lehre des Buddhismus und in China die des Konfuzianismus sowie Taoismus. Sie entwickelten sich rasch zum philosophischen Gerüst der Kampfkünste in diesen beiden Ländern. Im Jahr 523 n. Chr. brachte der Mönch und ZEN - Priester Bodhidarma seine Vorstellungen des Zenbuddhismus zum Shaolin Kloster nach China. Neben Meditationspraktiken und einigen Zen-Atmungsmethoden, lehrte er auch die indische Kampfkunst Vajramushti, die sich mit den im Shaolin Kloster schon vor seiner Ankunft bestehenden taoistischen Kampfkunstsystemen ergänzten. Es kam zu einer Verschmelzung von körperlichen und geistigen Elementen sowie zur Ausbildung eines richtigen Kampfkunstsystems. Danach geriet diese Lehre lange Zeit in Vergessenheit und wurde erst im 13. Jahrhundert wieder aufgenommen und ergänzt.

 

 

China war damals Ausgangspunkt reger Handelsbeziehungen. Aufgrund dieser Tatsache wurden neben Handelswaren  auch geistige und kulturelle Güter in andere Länder exportiert. Auf der Insel Okinawa, die zu den südlichen Inseln Japans gehört, kam es zum Kontakt mit dem einheimischen Okinawa-Te auch Tode genannt. Diese Form der okinawanischen Kampfkunst war sehr körperbetont und hatte einen relativ geringen bis gar keinen spirituellen Aspekt. Letzterer fand mit den chinesischen Kampfformen jedoch sehr schnell Eingang und war nach einiger Zeit nicht mehr wegzudenken.

 

 

Zum tatsächlichen Entstehen des Wortes Karate kam es erst 1922 durch Meister Gichin Funakoshi. Er wird als Begründer des modernen Karate und des Shotokan Stils angesehen, obwohl er selbst mit dieser Aussage nie sehr glücklich war. Für Ihn war Karate immer etwas Ganzheitliches und er hielt daher nicht sehr viel von der Trennung in einzelne Stilrichtungen. Funakoshi sollte den Kampfsport in Japan von den chinesischen Wurzeln trennen. Daher führte er unter anderem das Graduierungssystem und das Trainieren im Karate-Gi ein. Beides war früher ein Teil der alten japanischen Kampfkünste. Nach diesen Veränderungen war Karate endgültig als DIE japanische Kampfkunst in der Welt etabliert.

 

Aufgrund von ständigen Bürgerkriegen verhängte König Sho Shin 1479 ein Waffenverbot, das bei Nichteinhaltung mit der Todesstrafe geahndet wurde. Dies ist auch der Grund warum man eine Kampfkunst der "leeren Hand" entwickeln musste. Aber auch diese Kunst der leeren Hand wurde verboten und musste im Geheimen geübt werden. Nach der endgültigen Unterwerfung Okinawas durch den japanischen König Shimatzu im Jahr 1609 wurde dieses Waffenverbot erneuert. Tode Meister entwickelten daher tödlich effektive Methoden, die gegen die japanischen Unterdrücker angewendet wurden und schoben vorerst die philosophischen Inhalte der Kampfkünste in den Hintergrund. Durch viele kämpferische Begegnungen zwischen Samurais und Meistern des Tode, die oft mit dem Tod des Samurai endeten, wusste man um die ungeheure Wirkung dieser Kunst.

 

 

   
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